drucken
fenster schließen


Milna

Wieder am Meer sein könnte schön sein, könnte leicht sein. Vielleicht.
Eine Art Leben, eine Art Nahrung. Deine Frachter setzen Segel,
tauchen auf und durch den Nebel. Erst die Brandung, dann das Schweben.
Deine Landung steht bevor.

Doch dieses Meer, das alle lieben, kommt nicht bis zur Küste vor.
Eingefärbt und aufgerieben, tausend Mal und falsch beschrieben
blieb es vor dem Hafen liegen. Als ein Riese ging es nieder,
weit hinter dem Schleusentor

Ruhiggestellt und doch Legende bringt sein Atmen deine Flut.
Eine Welt geht hier zu Ende. Ihre Augen, ihre Hände ...
Deine unverstandnen Sinnehalten sich an ihre Stimme,
an die Liebe und die Wut.

All diese seltsam schönen Dinge gehen nachts wie Blumen auf.
In den Wellen wachsen Ringe. Schwefelblüten. Eine Klinge
zieht ein Brennen durch den Himmel. Und das Meer beruhigt dich nicht.
Dort am Ufer ihr Gesicht ...

In den Steinen, in der Dämmrung tastest du nach einem Sinn.
Was vorüber war, kommt wieder. Nochmal zwingst du es nicht nieder.
Blindenschrift kannst du nicht lesen. Ein vergeblicher Versuch.
Und der Abend schließt dein Buch ...

©liedtke 2006

drucken
fenster schließen