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Wie soll man ihre Musik bezeichnen?
Poetische Musik? Textmusik? Elektronisches Chanson? Moderner Folk?
Musikalische Portraits? Zuhörmusik? Einfach Lieder?
Sie hat ihren Stil entwickelt: Elektronische Elemente,
atmosphärische Strukturen. Field Recordings, Klangverfremdungen,
Synthesizerflächen, Kopiermaschinen-Drums. Dann wieder Cello und
Piano oder die Klänge einer akustischen Gitarre. An der
klassischen Liedstruktur entlang. Und im Zentrum ihre Stimme. Die Worte.
Es macht nichts, wenn du nicht alles verstehst. Lass es wirken. Es wird
dich finden. Bleib in der Nähe. Lausche.
Das Wagnis, deutsch zu singen. Das Wagnis, persönlich zu sein.
Eine Art Tagebuch. Es ist die Sprache, die Sache macht. Die sich
hineinprägt in die Musik. Sie weiß, dass ihre Texte mitunter
schwer verständlich sind. Sie sind es deshalb, weil sie nicht
übersetzt sind. Sie kommen von der anderen Seite einer Grenze. Sie
machen die Bilder. Sie bilden Welt. Sie handeln von inneren
Geschehnissen, von einem Land unterm Meer, von allem, was glänzt.
Vom Raunen innerer Stimmen, von einem goldenen Kind und von Rosen, die
sich verschwenden…
Das Lied kommt als Ganzes
oder gar nicht. Z.B. in der U-Bahn oder irgendwo auf der Strasse. Da
kommt eine Textzeile, die hat einen Schatten und der ist schon Melodie.
Es ist eine innere Bewegung, ein Funke. Da blitzt etwas auf und dann
kommt das ganze Lied mit einem Schlag. Da will sie hin. Das Lied, wie
es ist, auf die Welt bringen. Dann erst kommt das Denken, das Feilen,
das Arrangieren…
Ja, die Lieder
sind vollkommen individuell. Aber vielleicht ist es so, dass das, was
in höchstem Maße subjektiv wahr ist, alle irgendwie
verstehen…
Und innen –
immer wieder – sind eben diese Funken. Ist eben dieses, was vor
sich geht. Eine Stimme, die ans Wort will. Vielleicht alles nur
dafür: dieser Stimme, die sonst niemals spricht, das Wort zu geben
durch die Musik.
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